Perkunos und das Vieh

Als die Welt noch jung war da wollte Perkunos diese kennenlernen weil sie ihm vom Höchsten anvertraut wurde. Das war eine Zeit gewesen wo es noch fast gar keine Menschen gab und wo die Tiere noch sprechen konnten. Perkunos nahm die Gestalt eines einfachen Reisenden an und durch wanderte die Welt um das gute Herz der Geschöpfe zu prüfen die auf ihr lebten.
Da begegnete er zuerst dem Pferd daß damals noch sehr hochmütig war. Es war gerade dabei zu grasen und ließ sich nicht stören. Da fragte der Reisende Gott höflich: Sag, kannst du mir vielleicht den Weg zum Fluss zeigen? Da sprach das Pferd: Jetzt nicht, ich fresse lieber!
Aber die Frage hatte ein Rind gehört daß abseits auch weidete. Da kam das Rind näher und sprach: Ich will dir helfen lieber Fremdling, und dir den Weg zum Fluss zeigen.
Da sprach nun Perkunos zum Pferd leicht zornig: Da du anderen nicht helfen wolltest und lieber fressen willst so sollst du nun ewig grasen und niemals satt werden! Und unterbrechen kann dich von nun an nur noch deine schreckhaftigkeit.
Aber zum Rind sprach er: Du hast ein gutes Herz und ein gutes Wesen, und deshalb sollst du immer genüsslich grasen dürfen und satt werden! Du sollst dabei auch immer deinen Frieden haben.
Das ist der Grund warum die Pferde heute immer noch ununterbrochen grasen und auch so schreckhaft sind, während sich das Rind immer nach dem fressen gemütlich niederlegt.

Quellen: Ferdinand Hirt – Zwischen Wechsel und Memel. Kapitel: Perkunos und die weidenden Tiere.
Jonas Trinkunas – Rasa, Götter und Rituale des Baltischen Heidentums. Kapitel Dievas, Perkūnas,, Velinas und der Nachtrag.
Jacob Grimm – Deutsche Mythologie. Kapitel: Vorrede.
Claudius Crönert – Die Herren der Schwerter. Kapitel 6. Gesammelt und Neu-erzählt von Björn Dieckmann.

Perkunos und Velinas

Nachdem der höchste Gott Dievas, den die alten Kuren auch Devs oder Deiwus nannten, mit seinem Bruder und Gehilfen Velinas der auch bei den Prussen Patulos genannt wurde die Welt und alles was darin war geschaffen hatte, da wollte Dievas einen würdigen Beschützer für sie haben. Er brauchte jemanden den er vertrauen konnte und der das Leben, die Menschen und das Recht schützte. Auch musste er das Unrecht richten und den Tod vom Leben fern halten können.
Velinas bot sich selbst für diese Aufgabe an weil er schon immer wie Dievas über alles herrschen wollte. Doch Dievas wusste daß Velinas nicht würdig war weil dieser durch seine verschlagene Art nur Leid, Schmerz und Schaden brachte. So wurde der Einäugige Velinas nur zum Gott der Toten, der Gespenster und zum Bringer des Todes selbst.
Das passte mehr zu seiner Art.
Aber zum Beschützer der Erde, des Lebens und der Menschen machte er dann den starken Donnergott Perkunos. Auch wenn Perkunos recht polternd und grimmig wirkte so hatte er doch das Herz am rechten Fleck. Denn er duldete kein Unrecht und schlug ohne zu zögern mit seinen Blitzen und seiner feurigen Axt zu!
So geschah es oft daß wenn Velinas(Patulos) sich einem Haus der Menschen näherte um den Tod zu bringen dann warf Perkunos sofort seine fürchterlichen Blitze nach ihm und machte sogar noch persönlich Jagd auf ihn. Selbst wenn Velinas sich unter den Bäumen versteckt wie zum Beispiel unter den heiligen Eichen des Donnergottes, weil er denkt diese würde Perkunos nicht anrühren weil sie ihm heilig sind, so wirft Perkunos seine Blitze trotzdem und verfolgt Velinas weiter.
Das ist der Grund warum Blitze so oft in Bäumen und Häusern einschlagen. Perkunos meint es nicht böse wenn er das tut, er nimmt nur seine Aufgabe sehr ernst die ihn anvertraut wurde. Er versucht nur Velinas zu vertreiben und den Tod fern zu halten.
Als dann später das Christentum einzog da glaubten die Menschen weiterhin lieber an Perkunos als an den Christen-Gott.
So übernahm der neue Christen-Gott die alten guten Wesenszüge des Himmelsgottes Dievas und der Donnergott Perkūnas wurde sein Vollstrecker. Aber Velinas wurde zum Teufel und zu ihren Gegenspieler.

Quellen: Ferdinand Hirt – Zwischen Wechsel und Memel. Kapitel: Perkunos und die weidenden Tiere.
Jonas Trinkunas – Rasa, Götter und Rituale des Baltischen Heidentums. Kapitel Dievas, Perkūnas,, Velinas und der Nachtrag.
Jacob Grimm – Deutsche Mythologie. Kapitel: Vorrede.
Claudius Crönert – Die Herren der Schwerter. Kapitel 6. Gesammelt und Neu-erzählt von Björn Dieckmann.

15. August Zemynas Ehrentag

Kräuterweihe, Maria Himmelfahrt oder prussisch Zholine

Das Fest der Erdgöttin Zemyna

Zemyna, Zeminele, Jawinne

Muttergöttin bringt Alles Leben und Alle Nahrung aus sich selbst hervor.

Göttin der Erde,des Lebens,der Fruchtbarkeit

Erdmutter und Blutspendering.

Das Zholine Fest ist der Erdgöttin Zemyna gewidmet

Ihr zu Ehren werden Lieder gesungen und man freut sich über die Gaben von Mutter Erde.

Wir bedanken uns für die Reife,Fülle und das Leben.

Bedankt wird sich bei der Erdgöttin mit einem Strauß aus Getreide und Kräutern der JIEVARAS verkörpert.

Bei dem stattfindenden Ritual wird JIEVARAS zusammen mit dem extra für diesen Anlass gebackenem Roggenbrot 3 mal um das heilige Feuer des Altars getragen.

Zemyna hat den poetischen Beinamen Ziedkele,der Erheberin des Blutes bedeutet.

Außerdem ist sie Beschützerin von Haushalt,Vieh und Hof

Sie die Urgewalt,die Natur ,der Planet,die Erde.

Sie gibt und nimmt Leben.

Aus ihr kommt Alles und Alles kehrt zu ihr zurück,das macht sie zu einer Höttin des Jenseits und der Auferstehung .

Lebendspenderin und Nehmerin macht sie zu

Einer Göttin der Geburt und des Todes.

Bei einer Geburt werden der Erdgöttin Geschenke in Form von Naturalien gasgebracht

In Begräbnisritualen nimmt sie die sterblichen Überredte in ihrem Körper auf.

Die Seelen finden eine neue Eohnstatt in den Bäumen.

Nachdem Tod fließen die Menschenseelen mit den pflanzlichen Leben zusammen und finden fortan ihren Wohnsitz in den Bäumen..

Zemynas Bäume sind die Eiche, Fichte und Linde.

Frauen- Seelen finden Obhut in Linden und Fichten.

Männer- Seelen in Eichen ,Shirnbäumen und Birken.

Jungfrauen fortan in Lilien und Dorfälteste in alten Obstbäumen.

Deshalb ist der vertrautesze Baum im Hof ein kosmischer Bote.

Seine Äste zeigen zur Mutter der Erdgöttin, zu Saule der Sonnengöttin.

Niestende Vögel sind Symbol der Lebenskraft und sind Bote zwischen Erd- und Sonnengöttin

Zu ihrer Mutter der Donnengöttin hat sie ein inniges Verhältnis.

Saule bescheint ihre Tochter Zemyna liebevoll,

Diese bedanke sich mit Wachstum,Fruchtbarkeit,Licht und Wärme.

Es wird erzählt, dass alle anderen Göttinen und Götter, Kinder von Zemyna sind.

In den Liedern die man für sie singt wird sie als der blühenden, Knospentreibenden und Blumenbringende verehrt..

Frauen die sich mit der Kraft von Zemyna verbinden wollen,können zu Hause oder in der Natur ihre eigenen Rituale weben und praktizieren

Ehret Zemyna, Uralte Erdgöttin, Muttergöttin.

Žemyna oder Žemynėlė (zu litauisch žemė; lettisch zeme; altpreußisch same, semme „Erde“) ist in der litauischen Mythologie die Erdmutter, Tochter der Sonnengöttin Saulė und des Mondgottes Mėnulis. Sie gilt als Pflanzenmutter, Blütenspenderin und Ernährerin. Ihr zu Ehren wird der erste Schluck Bier als Trankopfer auf die Erde geschüttet oder ein Stück Brot unter die erste Ackerfurche gepflügt. Daneben erhält sie auch Ferkelopfer. Die Erde wird auch geküsst und mit einem kurzen Gebet begrüßt, wie „Meine liebe Erde, mein Mütterlein! Trage mich, sättige mich!“

In der lettischen Mythologie ist Zemes māte („Erdmutter“) die Erdgöttin, der Trankopfer gespendet werden. Sie sorgt für Fruchtbarkeit des Ackers und den Wohlstand der Menschen. In einigen Texten bestimmt sie zusammen mit Laima das Geburtsdatum eines Menschen. Als Herrscherin über die Unterwelt und die Toten kann sie mit der Veļu māte (»Totenmutter«) verschmelzen und nimmt dann düstere Züge an. Beim Tod eines Menschen wartet Zemes māte auf dem Friedhof, um den Toten in Empfang zu nehmen.

(Wikipedia)

Tiwaz und Erce

Devs – Dievas – Devus

Noch lange war es bei dem Menschen Brauch den Winter zu vertreiben bzw auszutreiben und die Erde zu wecken. Die ersten Frühlings Blumen welche das Erscheinen von Tiwaz verkündeten wurden sogar noch Ihm benannt, deshalb tragen sie sogar noch heute abgewandelte Zius Tius, Zewes oder Tyrs-Namen wie die Tyviđr, Zigelinta, Ziolinta, Zeiland, Zíland , Zwilind. Auch ist die Farbe Silber die Farbe des Himmelsgottes und man trug deshalb sehr gerne die Farbe Weiß um Ihn zu ehren. Deshalb kann es sein dass das zarte Schneeglöckchen als allererste Blume im Frühjahr das heran nahen des Tiwaz verkündete.

Auch der Ursprung des Mai-Festes ist heute auch vollkommen vergessen.

Im Elb-Havel Gebiet gibt es noch heute einen Frau Harke-Berg. Das war früher sogar eine sehr bekanntes Heiligtum der Erdgöttin Erce. An dieser Stelle begegnete Ihr sogar der Römer Tiberius als er mit seinen Legionen über die Elbe setzen wollte wobei er schwer verunglückte als Sie sich ihm in den Weg stellte. Es gibt in dieser Region sogar noch sehr viele Sagen von Frau Harke. Sogar noch eine wie sie mit ihrem Wagen durch das Land fuhr.

Sie wurde auch von Tacitus Nerthus genannt und von der einheimischen Bevölkerung Herta woraus später Richard Wagner den Namen „Erda“(Jörđ) machte. Tiewas(Tiwaz) wurde zwar bei den Germanen und den alten Deutschen vergessen aber dafür hat Er sich bei den Balten(Letten, Litauer) noch immer als der Erste und Höchste der Götter bis zum heutigen Tag halten können. So sehr sogar das es in den dortigen Versen, Lieder und Schriften(Daina) noch immer Sagen-Fragmente von Ihm gibt.

Quellen: Paul Herrmann – Deutsche Mythologie,

Kapitel: Tius.

Klaus Börner – Sagen und Geschichten aus dem Elbe-Havel-Gebiet, Kapitel Kamern, Sagen über Frau Harke, Wie Frau Harke einen helfenden Stellmacher belohnte, Frau Harkes Flucht über die Elbe.

Jonas Trinkunas – Rasa Götter und Rituale des Baltischen Heidentums, Kapitel: Dievas, Gott Dievs.

Gesammelt,überarbeitet,vervollständigt und rekonstruiert von Björn Dieckmann.

Der Himmelsgott und die Erdgöttin (Devs & Erke)

Devs – Dievas – Devus

Vor sehr langer Zeit, noch bevor Wodan der Höchste der Götter wurde da glaubten die Menschen an den Himmelsgott und Himmelsvater Tiwaz, den sie Tiewas nannten. Er war der Erste unter den Göttern die man damals noch Ansen nannte, die wir heute als Asen kennen. Auch anstelle von der Göttin Frick und Frija glaubten sie an die Erdgöttin Erce, die man Erke nannte.

Damals waren die Winter noch viel länger, dunkler und kälter. Die Mächte der Kälte und der Finsternis aus dem grausigen Riesen-Land hielten die Erde mit ihren eisigen und lebensfeindlichen Griff gefangen so das die Erde im ewigen Todes-Schlaf verharren musste. Aber immer wenn es unerträglich wurde und der dunkle Winter nie wieder weichen wollte, da machte sich Tiewas auf dem Weg den Mächten der Kälte und der Finsternis entgegen zu treten, um sie zu bekämpfen und sie zu vertreiben.

So stieg Er langsam vom Himmel herab und das Licht und die Wärme folgten Ihm zögerlich.

Er nahm den Kampf mit den Riesen auf die sich schon wie so oft als Gewinner glaubten weil sich einfach alles in der geschaffenen Welt vor ihnen fürchtete, aber Tiewas kannte keine Furcht.

Er kämpfte wie immer Eisern und Kühn so daß am Ende alles vor Ihm und seinem Licht weichen mußte. Die Kreaturen der Nacht zogen sich in die Unterwelt zurück und die Riesen flüchteten wieder ins Riesen-Land zurück und sie verließen die Welt der Menschen wenn Tiewas mit dem Sonnenlicht nahte.

Das erste Grün in der Natur verkündete die Ankunft des Himmelsvaters Tiewas. Erst dann erwachte die Erdgöttin Erke und vermochte sich vom eisigen Todes-Schlaf zu befreien. Dann bestieg sie ihren festlich geschmückten Wagen und fuhr damit durch daß ganze Land um Tiewas entgegen zu kommen und Ihn freudig zu begrüßen. Und wenn sie sich begegneten und sich in die Arme schlossen dann erwachte die gesamte Natur und der Frühling begann. Die Menschen feierten damals ihre Vermählung mit großen Mai-Feuern und den Frühlings Festen. Aber das ist schon sehr lange her, denn Jahrhunderte später hatten die Menschen ihren einstigen Himmelsvater Tiewas und ihre Erdgöttin Erke schon längst vergessen und an ihrer Stelle traten Wodan und Frija.

Seit dem fuhr die Erdgöttin nur noch alleine durch daß Land und fährt die alten Wege entlang wo sie einst ihren Retter Tiewas traf. Entschwunden war die glückliche Zeit. Die Menschen nannten sie später Frau Harke und sie wurde noch oft an ihren einstigen Heiligtümern alleine gesehen, bis sie auch dort für immer verschwand. Seit dem sagen die Menschen sie sei für immer fort gezogen und hätte ihr Land für immer verlassen.

Aber nicht nur sie ist seit dem allein und vergessen. Auch von Tiewas klang keine Sage mehr und seitdem wurde Er auch der Einsame und Vergessene Gott genannt. So heißt es in den Baltischen Versen der Dainas wo man Ihn Dievas(Diewas) nennt:

„Oh Dievas, was wirst du tun, wenn alles vergeht?

Hast weder Vater noch Mutter, noch eine Braut an deiner Seite.“

Quellen: Paul Herrmann – Deutsche Mythologie,

Kapitel: Tius.

Klaus Börner – Sagen und Geschichten aus dem Elbe-Havel-Gebiet, Kapitel Kamern, Sagen über Frau Harke, Wie Frau Harke einen helfenden Stellmacher belohnte, Frau Harkes Flucht über die Elbe.

Jonas Trinkunas – Rasa Götter und Rituale des Baltischen Heidentums, Kapitel: Dievas, Gott Dievs.

Gesammelt,überarbeitet,vervollständigt und rekonstruiert von Björn Dieckmann.

Hexe Ragana

Ragana wird an anderer Stelle schon beschrieben, deshalb möchte ich hier nicht so viel wiederholen. Doch einige interessante Infos und schöne Grafiken möchte ich hier im Blog noch veröffentlichen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt…

Die schöne Ragana lebt normalerweise in einem Schloss, welches von Normalsterblichen kaum erreicht werden kann. Umgeben von undurchdringlichem Dornengewächs, versteckt in einem Zaubernebel, der auch tagsüber die Konturen verdeckt, zwischen hohen Bäumen, tront das Schloss auf einem Berg.

Raganas Schloss
Raganas Schloss

Dort herrscht sie über das Land mithilfe ihrer schwarzen Magie und zahlreichen Zauberwesen. Selbst die Tierwelt des Waldes meidet das Gebiet des Schlosses. Nur blutsaugende Fledermäuse, heulende wilde Wölfe und giftige Schlagen wagen sich in die Nähe, so dass Niemand wagt, dieses Schloss aufzusuchen. Es führt kein Weg von der Außenwelt ins Schloss.

In das Schloss gelangen Außenstehende nur über magische Brunnen. Diese Brunnen stehen im dunklen Wald verstreut, meist zugewuchert mit giftigem Efeu oder dornigen Sträuchern. Den ein oder anderen findet man aber auch auf nebelverhangenen Lichtungen. Meist scheinen sie leer und die Tiefe ist nicht zu erblicken. Doch sollte man es nicht wagen, in einen der leeren Brunnen hinabzusteigen, denn nur wenige führen über einen magischen Weg zum Schloss! Im falschen Brunnen rutscht man unweigerlich an den glitschigen und glatten Wänden ab und stürzt in die Tiefe, ohne die Chance zurück zu kommen. Entweder man bricht sich sämtliche Knochen beim Sturz in die Tiefe, oder ertrinkt elendig im Brackwasser. Selbst sehr lange Seile, die man zum klettern herunterläßt, belegen sich schnell mit einem magischen, schleimigen und ätzenden Belag, der unwiederbringlich zum Absturz führt! Man stürzt also so oder so, sodass man eigentlich gleich hinabspringen kann.

Doch hat man einen der wenigen echten magischen Tor-Brunnen gefunden, gelangt man über das Magieportal über den Sturz direkt unversehrt ins Zentrum des Schlosses.

Raganas Brunnen
Ragana an einem Zauberbrunnen

Ragana selber muss aber nicht über den Brunnen ins Schloss reisen. Sie teleportiert einfach direkt in ihr Heim. Ihre schwarze Magie ist grenzenlos. Kommt es ihr aber in den Sinn, selber über einen Brunnen zu reisen, lässt sie mit einem Zauberspruch das Wasser versiegen und kommt trockenen Fußes zum Thron.

Doch woher hat Ragana ihre Macht und Zauberkraft? Die bekommt sie durch unschuldige Seelen! Sie durchstreift die Wälder und sucht nach Kindern, die sich verlaufen haben oder nicht Obacht geben. Sie lockt sie mit ihrer harmlos scheinenden Schönheit vom Wege ab und fängt sie ein. Manchmal wird sie von den zauberhaften Laumen unterstützt. Zauberwesen, die Feengleich den Wald durchstreifen und böse Kinder fangen.

Jagdhütten, versteckt im Wald, dienen als Zwischenlager oder Auffangstätte, wo die Kinder gefangen gehalten werden. Ahnungslose Wanderer, die solch eine Hütte durch Zufall finden, sollten schleunigst das Weite suchen! Nicht, dass Ragana sie erwischt und verzaubert…

Ragana und die Kinderschar

Die Kinder werden dann gemeinsam von ihr unter einem Vorwand ins Schloss geführt. Man sagt ihr Kanibalismus nach, indem sie die Kinder mästet und von niederwürfigen Dienern und Dämonen zubereitet werden.

Aber auch ein Übertragen der Seelen mittels Magie ist ein Weg, ihre Schönheit und ewige Jugend zu erhalten. Und ihr Durst nach neuen Seelen ist unstillbar!

Hexe Ragana
Raganas Thron

Hexe Ragana und Finn

In einem düsteren Teil des tiefen Waldes hauste die schöne, aber böse Hexe Ragana. Mit ihren weißen Haaren und den kohleschwarzen Augen, die wie gefrorenes Eis funkelten, verbreitete sie Angst und Schrecken unter den Bewohnern nahegelegener Dörfer und selbst dem ganzen Land. Ihr Waldhaus war von einem undurchdringlichen Netz aus Dornen umgeben, das jeden abschreckte, der sich ihr nähern wollte.

Ragana war dafür bekannt, Kinder zu fangen, die sich in den Wald verirrten. Ihre düsteren Zauber und listigen Fallen lockten unschuldige Seelen in ihr Reich des Schreckens. Ihr schönes Antlitz täuscht die unschuldigen Kinder. Diejenigen, die es wagten, den Wald zu durchqueren, erzählten von unheimlichen Geschichten über verlorene Kinder, die nie wieder zurückkehrten. Man sagt, dass sie die Kinder mästet und am Ende in ihr magisches Schloss verbringt und gar selbst verspeist. Das magische Schloss ist von Fremden nur über einen Zauberbrunnen zu erreichen, dessen Standort aber Niemand genau kennt.

Eines Tages machte sich ein mutiger Junge namens Finn auf den Weg, um das Rätsel um die verschwundenen Kinder zu lösen. Mit seinem scharfen Verstand und seinem tapferen Herzen wagte er es, die Gefahren des Waldes zu trotzen. Dank seiner Größe schaffte er es auch, das undurchdringliche Unterholz zu durchqueren und Wege zu gehen, die kein Erwachsener jemals finden würde. Als er schließlich vor der düsteren Hütte der Hexe stand, spürte er eine eisige Kälte, die ihm den Atem raubte.

Finn betrat die Hütte und fand sich in einem Labyrinth aus Dunkelheit und Magie wieder. Ragana war anscheinend nicht zu Hause, denn nur eine einzelne Kerze erhellte die Räume. Überall um ihn herum lauerten Schatten und unheimliche Geräusche. Plötzlich hörte er das Weinen eines Kindes und folgte dem Klang durch die düsteren Gänge.

In einem versteckten Raum des tiefen Kellers im Haus entdeckte er eine Gruppe verängstigter Kinder, gefangen durch Raganas finsteren Zauber. Manche hatten sich im Wald verlaufen, andere wurden beim Spielen einfach von Ragana gepackt und mitgenommen. Nun warteten sie auf ihre ungewisse Zukunft und die magische Reise ins Schloss. Würden sie durch den magischen Brunnen geführt, oder brachten Zauberwesen sie ins Schloss? Doch mit Entschlossenheit und List gelang es Finn das Schloss an der Eisentür zu öffnen, die Kinder zu befreien und aus der Hütte zu entkommen, bevor die Hexe zurückkehrte.

Ragana, wütend über ihre entkommenen Opfer, schwor Rache und jagte Finn und die Kinder durch den Wald. Doch die mutige Truppe fand Hilfe bei den Tieren des Waldes und überlistete die Hexe mit ihrer eigenen Magie.

Am Ende wurde Ragana durch Finns Schlauheit besiegt und die Kinder wurden sicher zu ihren Familien zurückgebracht. Finn wurde als Held gefeiert und die Legende von der bösen Hexe Ragana wurde zu einer Warnung für alle, die es wagten, den dunklen Wald zu betreten.

1. Mai Laimas Feiertag

Laima mit ihrem Kuckuck

Am 1. Mai feiern einige Balten den „Laima-Tag„. Ihr Kuckuck ruft zum ersten mal den Frühling aus und beginnt zu singen. Die Glücksgöttin LAIMA bestimmt das Glück und warnt vor Unglück. Und ihr kleiner Helfer unterstützt sie dabei.

Der Kuckuck sagt den Alten das Jahr voraus oder den jungen Mädchen, ob sie heiraten werden. Sind die Vögel in den Bäumen und bleiben dort, wird es ein gutes Jahr. Aber schauen sie durch das Fenster herein, kündigen sie ein großes Unglück an.

Junge Leute treffen sich heute und feiern den Frühlingsanfang mit Tanz und Musik. Dort lernen sich viele Jugendliche kennen und verlieben sich vielleicht zum ersten mal. Und Glücksgöttin Lima wacht darüber und freut sich über die Ausgelassenheit.

Warum der Mond zu- und abnimmt

Einst in uralten Zeiten als die Welt noch jung war da ehelichte die Sonne(Saulė) den Mond(Mėnuo). Lange lebten sie glücklich und unzertrennlich zusammen. Sie zogen auch immer gemeinsam ihre Bahn über den Himmel. Sie standen morgens gemeinsam auf und legten sich Abends gemeinsam schlafen. Die lichten Sterne in der Nacht waren ihre Kinder.

Doch eines Morgens da erwachte die Sonne allein und sie suchte verzweifelt ihren Gemahl aber sie fand ihn nicht. In den folgenden Tagen und Nächten war das selbe der Fall. So zog die Sonne ihre Bahn nun allein. Dann erfuhr sie dass der Mond die Göttin Aušrine(Göttin der Morgenröte) verführte und sie zur untreue verleitete. Aber Aušrine war längst mit dem Morgenstern(Auseklis) verlobt. Sie waren einander versprochen gewesen, so hatte es der Donnergott Perkūnas vor langer Zeit bestimmt gehabt. Da ging die Sonne nun zu Perkūnas der nun der neue Herrscher war und sie klagte ihm zitternd voller Schmerz und Zorn ihr Leid. Sie erzählte ihm alles was geschah. Darauf hin stieg Perkūnas auf daß schnelle Wolken-Ross jagte dem flüchtenden Mond hinterher. Als er ihn stellte da nahm er das feurige Richt-Schwert und schlug den Mond in zwei Hälften. Daraufhin sagte Perkūnas: Wie die meisten Halben kennst du keine Treue! Du willst nicht beständig sein, nicht treu sein, kein Ganzer sein! Drum sollst du nun für immer ein Halber sein und auf ewig ein Mahnbild für alle unbeständigen und untreuen Menschen!

Seit dem ist der Mond in der wechselhaften unbeständigen Form wie wir ihn heute kennen. Mal ein Halber, mal ein Ganzer und manchmal garnicht da, so wie die meisten unbeständigen treulosen Menschen. Und niemals wieder durfte er gemeinsam mit der Sonne über die Welt ziehen. Er musste sie immer meiden. So nahm die Sonne für sich den Tag und der Mond musste die Nacht sich wählen. Und selbst wenn der Mond am Tage zu sehen war so musste er der Sonne fern bleiben.

Er sollte nun die dunkle Nacht erleuchten, damit die Menschen auch dort ein Licht haben.

Und immer wenn die Menschen den Mond in der Nacht sahen dann gedachten sie der alten Geschichte und schworen sich immer Beständig und Treu zu sein.

Gesammelt,überarbeitet,vervollständigt und rekonstruiert von Björn Dieckmann.

Die meisten Geschichten in der Baltischen Mythologie sind in Versen, Gedichten und Liedern geschrieben. Aber ich wollte den Leser nicht über strapazieren deshalb versuche ich es immer Prosa-Form also in Erzähl-Form wieder zugeben. Aber ich werde wie immer die Bücher und die Kapitel angeben wo genau man diese Verse und Fragmente genau findet.

Ich muss aber vorher noch erwähnen dass man die selben Götter auch in der Germanischen und Nordischen Mythologie findet, so wie Dievas und Perkūnas auch. Die Sonnengöttin Saulė zum Beispiel heißt im Norden Sól und bei den Germanen Sunna. Der Mondgott Mėnou heißt im Norden Máni. Der Morgenstern Auseklis wird im Norden Aurwandil genannt und bei den Germanen Orendel genannt. Dort ist er noch immer ein mutiger Held der wie ein Engel alle anderen überstrahlt. Aušrine die Göttin der Morgenröte ist niemand geringeres als Ostara von der in Deutschland als Oster-Jungfrau noch in so mancher Sage erscheint.

Quellen: Viktor von Andrejanoff – „Lettische Volkslieder und Mythen“, „Lettische Märchen, Kapitel: Mythologisches, Sonne und Mond, Die Sonnentochter, 1. Mythe, 2. Märchen.

Jonas Trinkunas – „Rasa Götter und Rituale des Baltischen Heidentums“ Kapitel: Menesio Svoboda.

Haralds Biezais – „Germanische und Baltische Religion“ Zweiter Teil, Kapitel: Der Himmelsgott Dievs, Saule, Mēness, Pērkons, Die Gottessöhne und Sonnentöchter, Auseklis.

Marija Gimbutas – Baltische Mythologie.

Aušrine, die Morgenröte

Lange bevor die Sonne und der Mond einander ehelichten da liebten Perkūnas und die Sonne einander sehr. Das war noch bevor Perkūnas die Herrschaft von Dievas übernahm.

Aus dieser Liebe entstand die Göttin Aušrine. Sie hatte das rote Feuer ihres Vaters und die goldenene Schönheit ihrer Mutter. Sie ist die Morgenröte. Deshalb wird sie auch überall so genannt. Als Perkūnas die Schönheit der lichten Sonnen-Tochter sah, wusste er dass sie einen mutigen und ebenbürtigen Gemahl brauchte der in der Not sie auch beschützen konnte. Da bestimmte er den Morgenstern(Auseklis) zu ihrem zukünftigen Gemahl. Denn er überstrahlte alle anderen Sterne sowie der Held alle normalen Leute überstrahlt. So wurde die Verlobung von Perkūnas bestimmt und die beiden schienen auch sehr einander zugetan zu sein. Aber dann wurde sie vom Mond zur untreue verleitet und so brach sie diesen Bund. Da musste der Vater Perkūnas seine Tochter aus der Gemeinschaft der Götter verstoßen und so verbannte er sie auf die Erde.

Das goldenene und rote Feuer sollte jetzt den Menschen für immer Licht und Wärme spenden. So sollte nun ihr Feuer ebenso wie der Mond die dunkle Nacht erhellen.

Ab und zu da soll man sie auch auf der Erde in grünen Birken-Hainen sehen. Mal als kleine Flamme und mal in wunderschöner Menschen-Gestalt. Und wenn man großes Glück hat dann schenkt sie einen ihr Feuer, aber dieses darf man nicht ausgehen lassen weil dann bringt es Glück und Segen mit sich.

So glaubten die Menschen daß Perkūnas selbst in alter Zeit daß Feuer so zur Erde sannte.

Gesammelt,überarbeitet,vervollständigt und rekonstruiert von Björn Dieckmann

Die meisten Geschichten in der Baltischen Mythologie sind in Versen, Gedichten und Liedern geschrieben. Aber ich wollte den Leser nicht über strapazieren deshalb versuche ich es immer Prosa-Form also in Erzähl-Form wieder zugeben. Aber ich werde wie immer die Bücher und die Kapitel angeben wo genau man diese Verse und Fragmente genau findet.

Ich muss aber vorher noch erwähnen dass man die selben Götter auch in der Germanischen und Nordischen Mythologie findet, so wie Dievas und Perkūnas auch. Die Sonnengöttin Saulė zum Beispiel heißt im Norden Sól und bei den Germanen Sunna. Der Mondgott Mėnou heißt im Norden Máni. Der Morgenstern Auseklis wird im Norden Aurwandil genannt und bei den Germanen Orendel genannt. Dort ist er noch immer ein mutiger Held der wie ein Engel alle anderen überstrahlt. Aušrine die Göttin der Morgenröte ist niemand geringeres als Ostara von der in Deutschland als Oster-Jungfrau noch in so mancher Sage erscheint.